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Deutschland

Was Sie über deutsche Internate wissen sollten

Insgesamt gibt es heute in Deutschland etwa 300 Internatsschulen, von denen ca. ein Drittel privaten Trägerschaften ohne Konfessionsanbindung angehört. Häufig wird in Mädchen-Internate, Jungen-Internate oder Internate ohne Geschlechtertrennung unterschieden. An deutschen Internaten können verschiedene Abschlüsse gemacht werden wie Mittlere Reife, Hauptschulabschluss und Abitur.

Schularten für Deutsche Internate
Wenn Sie ein geeignetes Internat suchen, können Sie in Deutschland zwischen folgenden Schularten auswählen:
  • Grundschule
  • Hauptschule
  • Wirtschaftsschule
  • Realschule
  • Gymnasium
  • gymnasiale Orientierungsstufe
  • Förderschule
  • Kolleg
  • Berufsfachschule
  • Berufsoberschule
  • Fachoberschule
  • Fachakademie

Internatsträger in Deutschland

Internate unterscheiden sich in ihrer Ausrichtung und im Erziehungsauftrag. Das hängt davon ab, in welcher Trägerschaft sie tätig sind.
Differenziert wird zwischen verschiedenen pädagogischen Ansätzen (z.B. Steiner, Montessori, Sudbury etc.), der Anlehnung an die Religion; andere arbeiten auf privatwirtschaftlicher Basis.
Neben diesen Internaten in freier Trägerschaft finden sich auch öffentliche Internate:
  • Katholische Internatsschulen
  • Evangelische Internatsschulen
  • Deutsche Landeserziehungsheime (LEH)
  • Christliches Jugenddorfwerk Deutschland (CJD)
  • Eliteschulen des Sports
  • Staatliche Internatsschulen
  • Freie Waldorfschulen
  • Freie Internatsschulen

Katholische Internatsschulen

Von katholischen Orden getragene Internate bilden die größte Gruppe von Internaten. Sie verstehen ihre Einrichtungen als Orte christlichen Lebens und Lernens und können auf die längste Bildungstradition zurückblicken. Solange es Klöster gibt, solange existieren auch katholische Schulen und Internate.
Ihr Angebot, meist ausschließlich für katholische Schüler/Schülerinnen, umfasst:
  • Tagesinternate, die eine Ganztagsbetreuung anbieten. Diese reicht über die reine Hausaufgabenbetreuung hinaus.
  • Wocheninternate und Internate, die die Möglichkeit bieten, alle zwei Wochen nach Hause zu fahren.
  • Internate, die auch an den Wochenenden ihren Schülern und Schülerinnen zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
Verband Katholischer Internate und Tagesinternate (V.K.I.T.) e.V.
Bonner Talweg 177
53129 Bonn
Deutschland
Webseite

Evangelische Internatsschulen

Die zweite große Gruppe bilden die evangelischen Internatsschulen. Getragen werden sie von Kirchengemeinden, Stiftungen, den jeweiligen Landeskirchen sowie der Inneren Mission. Die Kinder/Jugendlichen besuchen die im Internat integrierte Schule oder eine öffentliche Schule vor Ort. Insgesamt 35 allgemein bildende evangelische Internatsschulen sind in Deutschland verteilt, meist im ländlichen Raum. Die biblische Tradition dient als Basis für Orientierung; allerdings wird beim Besuch dieser Internate keine Konfessionszugehörigkeit gefordert.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Evangelische Internate Deutschland EID
Bodelschwinghstr.2
51570 Windeck-Herchen
Deutschland
Tel.: +49 2243 92 04-0


Deutsche Landeserziehungssheime (LEH)

Die Konzeption dieser Vereinigung ist auf Hermann Lietz zurückzuführen. Dazu gehören 21 Internatsschulen in Deutschland und eine in der Schweiz, die nach dem Pestalozzi-Prinzip ('Erziehung mit Kopf, Herz und Verstand') arbeiten. Eine konfessionelle Zugehörigkeit besteht nicht. Die Internate befinden sich im ländlichen Raum, denn ein naturverbundenes Umfeld soll positiven Einfluss auf die Schüler/Schülerinnen ausüben. LEH-Internate sind schulrechtlich anerkannte Ersatzschulen und haben einen jeweils eigenen gemeinnützigen Träger (Stiftung, Genossenschaft).

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime (LEH)
Dr. Erika Risse
Christian-Steger-Str. 11
46045 Oberhausen
Deutschland
Tel.: +49 208 851423
Fax: +49 208 851425
E-mail: e.risse@LEH-internate.de Webseite

Christliches Jugenddorfwerk Deutschland (CJD)

Die Jugenddorf-Christophorusschulen sind Teil des CJD und wurden 1947 von dem Pastor Arnold Dannenmann gegründet. Acht verschiedene Einrichtungen befinden sich in Deutschland und bieten verschiedene Schwerpunkte an. Sie fördern Kinder und Jugendliche in der Schulausbildung: Gymnasium, Haupt- und Realschule.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:

CJD Geschäftsleitung
Teckstraße 23
73061 Ebersbach (Fils)
Deutschland
Tel.: +49 7163 93 00

Eliteschulen des Sports
Diese Internate wollen Leistungssport und schulische Bildung in so genannten Schule-Leistungssport-Verbundsystemen miteinander koordinieren. Der Arbeitskreis 'Eliteschulen des Sports' besteht aus Vertretern der Wirtschaft, des Nationalen Olympischen Komitees, der Kultus- und Sportministerien, der Stiftung Deutsche Sporthilfe und des Deutschen Sportbundes. Getragen werden diese Internate sowohl kirchlich als auch privat, außerdem von Kommunen und Ländern.

Bei weiteren Fragen zu Sportinternaten wenden Sie sich bitte an:

Deutscher Sportbund Geschäftsbereich Leistungssport
Otto-Fleck-Schneise 12
60528 Frankfurt am Main
Deutschland
Tel.: +49 69 6 70 03 05


Staatliche Internatsschulen
Staatliche Internatsschulen mit einem eigenen Internat oder einem angeschlossenen privaten Internat werden von der öffentlichen Hand getragen.

Freie Waldorfschulen

Die Philosophie des Anthroposophen Rudolf Steiner bestimmt den Geist der Freien Waldorfschulen. Sie verfügen über eigene Lehrpläne und verzichten bewusst auf staatliche Anerkennung. Dadurch versprechen sie sich Unabhängigkeit in Unterricht und Erziehung.

Freie Internatsschulen

Diese Gruppe verfügen weder über konfessionelle Träger noch gehören sie einem größeren Verbund von Internaten an. Sie werden getragen von Stiftungen, Schulvereinen und privaten Unternehmern.

Was kosten Internate in Deutschland?

Sie können davon ausgehen, dass die Kosten für konfessionell gebundene und öffentliche Internatsschulen im Durchschnitt etwa 500 Euro monatlich betragen.
Mit ca. 1250 Euro pro Monat können Sie für Internate freier Trägerschaften rechnen. Am teuersten sind Internate der Vereinigung der deutschen Landerziehungsheime. Sie liegen mit einem Durchschnittsmonatsbeitrag von 1500 Euro an der bundesdeutschen Spitze.

Mögliche Zuschüsse für eine Internatsunterbringung

Staatliche Unterstützung wird in bestimmten Ausnahmefällen gewährt, falls der Wunsch nach einer Internatserziehung an der Höhe der Kosten scheitert.
Ansprüche gemäß dem Sozialgesetzbuch VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz). Das zuständige Jugendamt entscheidet unter dem Gesichtspunkt der pädagogischen und therapeutischen Notwendigkeit darüber, ob die Voraussetzungen für eine Förderung gegeben sind. Es handelt sich um eine freiwillige staatliche Leistung und wird deshalb von Amt zu Amt verschieden gehandhabt.
Grundsätzlich gibt es einen Anspruch gemäß 27 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) auf die:
  • Hilfe zur Erziehung, wenn eine dem Wohle des Kindes/Jugendlichen entsprechende Erziehung zu Hause nicht mehr gewährleistet ist oder
  • Hilfe für die Entwicklung des Kindes/Jugendlichen, wenn hierfür der Internatsbesuch geeignet oder notwendig erscheint.
  • Diese Hilfe i.S. § 27 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) kann auch in der betreuten Wohnform in einem Internat erfolgen, § 34 SGB VIII.

Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Möglich ist auch eine Ausbildungsförderung gemäß dem Bundesausbildungsförderungsgesetz.
Ob die Heimkosten (nicht zu verwechseln mit dem reinen Schulgeld; Heimkosten sind die Unterbringungskosten) bezuschusst werden, richtet sich vorab nach § 7 Härteverordnung. Demnach kann eine Kostendeckung übernommen werden, wenn die Kosten einer Internatsunterbringung den maßgeblichen Bedarfssatz übersteigen.
Sowohl das BAföG- als auch das Jugendamt informieren über die Höhe des Bedarfssatzes.
Heimkosten werden nur dann berücksichtigt, wenn eine erheblich preisgünstigere Unterbringung in einem zumutbaren Internat (mit gleichen pädagogischen Leistungen) ausgeschlossen werden kann.


Steuerabzug von Internatskosten

Erhalten Eltern einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld, können sie 30 von Hundert des Schulgeldes als Sonderausgabe gem. §10 Abs. 1 Nr. 9 EStG absetzen. Voraussetzung ist, dass das Internat staatlich genehmigt, oder nach dem Landesrecht als Ersatzschule bzw. allgemein bildende Ergänzungsschule anerkannt ist. Bei Vollendung des 18. Lebensjahres des Kindes erhöht sich der Ausbildungsfreibetrag auf 2.200 Euro gem. §33a Abs. 2 EStG.

Wenn Alleinstehende ihr Kind auf ein Internat schicken, weil sie durch Berufstätigkeit verhindert sind, es selbst zu betreuen, können Betreuungskosten bis zu 2000 Euro als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommenssteuer geltend gemacht werden. (gem. §33c EStG.) Klären Sie diese Fragen jedoch vorab mit Ihrem Steuerberater oder dem zuständigen Finanzamt

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