Was ist ein Internat?

Über Internate könnte man viele Geschichten schreiben, denn hinter ihnen steht eine jahrhundertealte Tradition.

Gerade in europäischen Ländern wie Großbritannien, Deutschland und der Schweiz waren ehemals Internate ausschließlich an Klöster angegliedert. Dort wurden die Kinder des gehobenen Bürgertums ausgebildet und der Nachwuchs des Priestertums aufgezogen.

In diesem Jahrhundert findet man nicht mehr alle Internate im religiösen Umfeld und auch die Ausbildungsmethoden haben sich grundlegend geändert. Heutzutage sind Internate überwiegend Stiftungen mit einer Ganztagsbetreuung.

In Internaten wird Lernen nicht nur als reine Wissensvermittlung betrachtet, sondern bedeutet eine Ausschöpfung des gesamten Potentials des Schülers. Akademische, musische und sportliche Fertigkeiten sollen optimal gefördert und persönliche Talente entwickelt werden.


Unterschieden werden drei Arten von Internaten:


  • In den meisten Internaten wohnen Schüler und Schülerinnen zusammen in einem Haus und lernen gemeinsam in der integrierten Schule. Sowohl das Wohnen als auch die Schule gehören der gleichen Trägerschaft an.
  • Im zweiten Modell ist es externen Schülern, die zu Hause leben, erlaubt, die Internatsschule zu besuchen.
  • Die dritte Möglichkeit machen Internate aus, die über keinen eigenständigen Schulbetrieb verfügen. Zwar leben Schüler und Schülerinnen gemeinsam in einem Gebäude, zum Unterricht besuchen sie allerdings eine externe Schule vor Ort.

Internate steigen seit geraumer Zeit in der Gunst der Schüler und Schülerinnen, vor allem aber der Eltern. Denn mit dem Bildungsniveau an öffentlichen Schulen sind viele Erziehungsberechtigte nicht mehr einverstanden. Sie wünschen sich für ihre Kinder eine individuelle, auf deren Bedürfnisse zugeschnittene Bildungsmöglichkeit. Außerdem erhoffen sich Eltern von einem Internat verschiedene Vorzüge für ihre Zöglinge:

  • intensives Eingehen auf die speziellen Fähigkeiten der Heranwachsenden
  • individuelle Förderung von erkannten Mängeln
  • Hausaufgabenunterstützung
  • Betreuung der speziellen Anforderungen und Wünsche der Jugendlichen
  • reformierte Bildung und Erziehung
  • Förderung der sozialen Kompetenz durch das Gemeinschaftsleben

In Internaten kommt der positiven Entwicklung von Schülern oft die Klassengröße zugute. Denn in Kleingruppen kann effektiv gearbeitet werden. Speziell ausgebildetes pädagogisches Personal sorgt dafür, dass auf die sich abzeichnenden Interessen und Neigungen des Kindes/Jugendlichen eingegangen werden kann.


Verschiedene Trägerschaften


Internate unterscheiden sich in ihrer Ausrichtung und im Erziehungsauftrag. Das hängt davon ab, in welcher Trägerschaft sie tätig sind.

Differenziert wird zwischen verschiedenen pädagogischen Ansätzen (z.B. Steiner, Montessori, Sudbury, Summerhill), der Anlehnung an die Religion; andere arbeiten auf privatwirtschaftlicher Basis.

Neben diesen Internaten in freier Trägerschaft finden sich auch öffentliche Internate.

Unter unserer Rubrik "Internate in ..." finden Sie ländespezifische Informationen zu Internaten. Klicken Sie ein Land an, für dessen Internatskultur Sie sich interessieren:

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Schweiz
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